Reisebeobachtungen

von Nora Manz

Dumpfes Gelb wabert vorbei,
von schwarzem Flackern nervös unterbrochen.
Betörend, lähmend, übertünchend.
Mit dem Gedanken an gärende Auen verschwindet der Moment der Erinnerung und Verbundenheit.

Eine Schaukel wiegt sich durch das Licht.
Darauf ein Kind. Umgeben vom Nichts, lauscht es dem verklingenden Kreischen von Jugend und Traurigkeit.

Gekippt, dabei erstarrt, liegt eine Kuh im Gras.
Knackender Schober, daneben staubendes Heu. Verschmähtes Mahl, enteilt im Sterben. Liebender Tod, ungeschlachteter Frieden.

Gierig stechen Blicke in Innereien.
Rauben Zusammenhang, stehlen Raum.
Privates Bild wird ausgestellt, verliert an Sinn, vertrocknet braun und ödet aus.

Rinnend laufen sie zusammen, überrollen, finden Wege.
Zaghaft oder rasend, bis sie sich vereinen. Werden schwanger ohne Frucht und perlen ab. Verklären meinen Blick und treiben an.

Zerschlagene Uhr, die über allem thront.
Verkündet Stillstand hinein in die Bewegung.
Verstummtes Ticken wird zum Rhythmus, dem wir gerne folgen.

Mahnt vor
mahnt zu
mahnt vor
mahnt zu:

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