Wechselzeit

von Nora Manz

Wispernd rieselt die Wahrheit aus den berstenden Ähren des Sommers, während sich die leeren Hülsen dem Wind ergeben.
Eine Sprache, die perlend sprudelt, das Klappern der Schnäbel, schnarrender Laut. Eine Melodie, die jeden Buchstaben atmen lässt.
Inmitten des Gewirrs aus Stimmengeklirr, aus Rauchschwaden und dämmrigem Licht, liegt diese Insel: Ein tiefes Gespräch, geteilte Gedanken.
Zuhause tropft durchs Fenster schon der Herbst herein, schwappt vorher in Runden. Wabernd weiß verrät ihn doch sein Atem, wenn er um die Ecken geht. Weiterlesen

Hand an Hand

von Nora Manz

Geborgen unter Strahlen, die um uns zu Boden sinken,
stürzen wir uns in die Gemeinsamkeit.
Im Dunklen, einer Unendlichkeit gleich,
strömt das Licht wie wir dem Abgrund entgegen.
Fallend und zugleich erhoben, enthoben, erhaben:
Losgelöst und unbeherrscht, bloß – voll Sehnsucht
nach diesem Moment, der uns gerade umfasst.
Eingekapselt, ausgeschlossen und ausschließlich.
Zeitenstarre, Raserei im Überschlag:
Hand an Hand – ein Lichtertanz.

21.07.2014: Es ist Ungeheuerzeit.

von Nora Manz

Tage der Hitze, Wochen der Leere. Eine Unbeweglichkeit erfasst uns, schwer liegt die Zeitlupe auf jedem Schreibtisch. Der Raum ist unbesetzt, nur ich bin da. Die Langsamkeit verzerrt alle Geräusche zur ungewohnten Stille. In der Ferne höre ich ein unablässiges Brummen, dann ein unregelmäßiges Klopfen. Ein unheimliches Trapsen? Weiterlesen