Gezeitenwirbel

von Sebastian Wilhelm

So wie die Dinge still, heimlich kommen und gehen,
warst du für mich immer der Gezeitenwirbel,
aufkommend – und das ohne Vorwarnung,
mich mitreißend und fortwirbelnd.

Hinweg geschwappt, weit hinaus in die See,
bin ich selbst vergänglich, oh bin ich passé,
wie ein stillgewordenes, gezähmtes Lüftchen,
das nur du auf Fahrtwind bringen kannst.

Wie eine tobende Welle,
unbeständig und ungestüm,
gelangst du nahezu immer an dein Ziel,
jedes Hindernis und alle Barrikaden wegbrechend.

Schreite unerbittlich kämpfend voran,
wie der wehende Sturm unaufhörlich wirbelt!
Setze dich jetzt bloß nicht zur Ruh!
Verliere deine Kraft nicht im Gezeiten Auf und Ab!

Nimm deine letzte kraftvolle Brise,
um uns beide auf diese eine Welle der Euphorie zu hieven!
Still schweigend – wie ein sich verlierender Sturm –
kommen wir nun endlich hier zur Ruh – auf ewig!

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