Von Sartre bis Houellebecq – Iris Radischs kompakter Streifzug durch die französische Literatur der Nachkriegszeit

von Michael Fassel

Um die heutigen französischen Literaten und Intellektuellen zu verstehen, bedarf es mehr als ein Interview mit Michel Houellebecq zu lesen. Vielmehr ist ein Blick auf die Nachkriegszeit, auf Sartre und viele andere Autor*innen der vergangenen Jahrzehnte aufschlussreich, um sich ein literaturhistorisches und zugleich ein gesellschaftliches Bild der Literatur der Grande Nation zu machen.
Aber warum schreiben die Franzosen so gute Bücher, wie Iris Radisch mit dem Titel ihres Buches suggeriert? Die Redaktionsleiterin des Zeit-Feuilletons führt auf im unterhaltsamen Plauderton die Leser*innen durch das literarische Frankreich der Nachkriegszeit. Mit einem leicht subjektiven Blick hebt sie bekannte, umstrittene und teils – zumindest für deutsche Ohren möglicherweise – eher unbekannte Autor*innen hervor.  Weiterlesen

Dilemma einer Reisenden

von Kristin Scheller

Das Quietschen der Bremsen hallt mir noch immer in den Ohren, als ich auf den Knopf mit den zwei Pfeilen drücke, die mir Eintritt in den Wagon verschaffen würden. Die Farbe, die ihn bedeckt, ist teilweise bereits abgeblättert. Zu viele Hände berühren ihn Tag für Tag, tragen nach und nach die Pigmente ab, an jeder Station wieder und wieder. Ich berühre meine Schläfe, wie um dieses strahlende Gefühl abzustreifen, das sich durch meinen Schädel zieht, seit Metall auf Metall getroffen, gequält aufeinander herumgerutscht und letztendlich zum Stillstand gekommen ist. Die Türen öffnen sich und ich trete aus der milden Frühlingsluft hinein in die unbewegte Kühle des Zuges, suche mir einen Platz – einen freien Zweisitzer – und stelle meinen Rucksack neben mir ab. Weiterlesen

Ganz einfach Gutes tun im Kultkaff – und dabei Glühwein schlürfen

von Michael Fassel

Das Kultkaff im Gebäude der ehemaligen Haardter Berg Schule ist am Mittwochnachmittag sehr gut besucht. Während es draußen dämmert, plaudern, lesen und rauchen die Menschen in ausgelassener Stimmung – und genießen heißen (auch alkoholfreien) Glühwein und frisch gebackene Waffeln mit Apfelmus oder Puderzucker. Und sie tun dabei Gutes. Denn für diese Leckereien spenden die Studierenden einen Betrag ihrer Wahl an das gemeinnützige Projekt „OneLoveOneWorld e. V.“, das sich um Waisenkinder in Nepal kümmert. Für diesen Verein steht Bülent Cengiz gemeinsam mit Alexander Mosig bis Weihnachten noch jeden Mittwochnachmittag ab 15 Uhr hinter der Theke des Kultkaffs. Die beiden Studis schenken Glühwein aus und backen leckere vegane Schokowaffeln. Sie informieren Interessierte über das Projekt, das sich seit 2009 um in Armut lebende Kinder in Nepal kümmert, indem es sie etwa mit Bildungsprogrammen und Beratungsangeboten unterstützt.

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Schach

von Alex Mosig

Wir sitzen zu zweit am Tisch. Gegenüber von mir eine Person, die ich nicht einschätzen, ja nicht einmal richtig sehen kann. Verschwommene Wahrnehmung wie nach einer zu langen Nacht in der Stadt oder einer zu kurzen vor der Arbeit. Meine Sinne sind betäubt wie unter Droge. Doch ich hatte nichts zu mir genommen. Vielleicht deshalb das beklommene Gefühl. Ich kneife meine Augen verkrampft zusammen, um mehr von meinem Gegenüber zu erfahren. Fixiere das Gesicht und merke nun zumindest, dass es sich um eine Frau handelt oder aber einen Mann mit langer brauner Mähne. Doch zu diesem passen die weichen Züge der Wangen nicht, die sich mir plötzlich offenbaren. Deutlich mehr also, als ich noch vor wenigen Augenblicken bemerken konnte. Das Bild schärft sich. Weiterlesen

Eindrücke der Frankfurter Buchmesse 2017

von Michael Fassel

Von Fausthieben, überforderten Polizisten und einem ratlosen Buchmessedirektor ist in den Medien die Rede, wenn es um die Berichterstattung zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse geht. Doch es sind nicht nur Verlage mit fragwürdiger politischer Ausrichtung, die provozieren – auch die Tochter eines Prominenten geht wütend auf ihren Vater los. Das Bild der Buchmesse ist zumindest in diesem Jahr angekratzt, beschmutzt. Dabei wird völlig übersehen, was das alljährliche internationale Zusammentreffen literarischer und intellektueller Geister auszeichnet, nämlich die kultivierten Gespräche mit Autor*innen, die man hautnah erleben kann und in der Regel auch für einen netten Small Talk Zeit haben. Weiterlesen

Schlecht verbunden

von Christian Bocksch

Jede Nacht kehrt der Traum wieder. Ich weiß bereits vorher, was ich sehen würde, weiß was ich tun würde, aber was ich ändern kann – weiß ich nicht.
Ich schlafe ein, um dann unnatürlich wach wieder zu mir zu kommen. Es ist ein Zustand, der sich anfühlt, als hätte man nie Müdigkeit erlebt. Trotz aller gefühlten Energie, ich warte, auf irgendetwas. Was das ist, weiß ich schon gar nicht, die Frage an sich erscheint mir unsinnig, da wartet im Nichts versteckt das nur allzu Bekannte. Weiterlesen

Das orange Quadrat

von Lisa Pilhofer

Es ist ein simples Spiel, das anfangs recht unspektakulär scheint. Es beginnt damit, dass Thomas alleine ist. Thomas ist ein rotes Rechteck in einer zweidimensionalen Welt. Aber Thomas ist nicht einfach nur ein rotes Rechteck, er ist eine künstliche Intelligenz in einem Computersystem, die durch einen Fehler ein Ich-Bewusstsein erlangt hat und jetzt die 2D-Welt erforscht und nach dem Sinn seines Daseins sucht. In jedem Level muss der abenteuerlustige und neugierige Thomas über Hindernisse springen, bis er zu dem Ausgang gelangt, der exakt auf seine Form zugeschnitten ist. Weiterlesen

Star Wars-Blutsbande

von Christian Bocksch

Der Comic Star Wars: Blood Ties – A Tale of Jango and Boba Fett #2 von Autor Tom Taylor und Zeichner Chris Scalf unterscheidet sich bereits im Stil der Darstellung von anderen Comics des Genres, er wirkt düsterer und teilweise schmutziger, an die Welt der Protagonisten angepasst. Dabei gibt Scalf den Figuren ein natürliches Erscheinungsbild, womit sie sich von ihrer Umgebung abheben. Der Australier Tom Taylor gehört mit Werken für DC Comics (Injustice 2), Marvel (Generations. The Best) zu den erfolgreichsten Comic Autoren.

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Die LiteraListen im Gespräch mit dem StuPa-Sprecher über Burschenschaftler, Politik und Welpen

von Michael Fassel

Er ist für Die LISTE bei den Wahlen angetreten und jetzt Sprecher des 45. Studierendenparlaments: Sebastian Taugerbeck alias El Presidente will aber noch mehr, wie er den LiteraListen verraten hat. Weiterlesen

Bücher hamstern

von Michael Fassel

Kennt ihr das auch, wenn sich stapelweise Bücher in eurem Regal stapeln, dass man Angst haben muss, es bricht unter dem Gewicht geballten Wissens zusammen? Da will ich ein Thema bearbeiten, werde in unserer gut aufgestellten Bibliothek fündig und habe meinen Rucksack sowie zusätzlich eine Stofftasche voll mit wuchtigen Monographien und Sammelbänden. Weiterlesen