Ein Meer von Impressionen auf der Frankfurter Buchmesse

von Michael Fassel

Ihren Auftakt fand sie unter anderem mit dem niederländischen König Willem-Alexander, ihren feierlichen Abschluss mit der Verleihung des Deutschen Friedenspreises, der an Carolin Emcke ging (die übrigens auch im Roten Hörsaal der Uni Siegen am 5. Juni 2013 gelesen hat). Die Frankfurter Buchmesse hat vom 19. Bis 23. Oktober viele Besucher aufs Messegelände gelockt und dort zum Stöbern, Bummeln und Zuhören eingeladen. Ist man jedoch nur einen Tag dort, muss man sich die Zeit einteilen, von Beginn an filtern, was einem wichtig ist. Gerne nimmt man schon beim Einlass ein Probeexemplar der Zeit und der Süddeutschen Zeitung entgegen, ohne dass man direkt ein Probe-Abo abschließen muss. Sämtliche, auf den ersten Blick irrelevante Flyer liegen auf den Fensterbänken herum, die doch beachtet werden sollten, denn dabei handelt es sich um die Programme der jeweiligen Stände. Dort gibt es interessante Autorengespräche, kleine Lesungen, allesamt kurzweilig, weil sie halbstündig sind.

Bereits drei Programme können überfordern. Aber geübte LSF-Stundenplan-Entwerfer kennen das und wissen, wie sie im Dschungel der Angebote ihren Tag einteilen. Um 12 Uhr Paul Maar am Stand der Süddeutschen lauschen, nachdem man dem Literaturkritiker Denis Scheck am ARD-Stand genießen durfte. Was essen und zum 3sat-Stand hechten, um Terézia Mora beim Lesen ihres neuen Erzählbandes Liebe unter Aliens zuzuhören. Alle Plätze besetzt, da bleibt man stehen. Auch das kennt man aus überfüllten Seminaren. Und dazu die Entfernungen. Das Messegelände fordert lauffreudige Menschen, vergleichbar mit dem Uni-Campus. Zwischenzeitlich bekommt man immer mehr Werbematerial von extrem und unnatürlich gut gelaunten Menschen in die Hand gedrückt. Die Tasche füllt sich.

Auf den Spuren Flanderns und der Niederlande, die gemeinsam Ehrengast der Buchmesse 2016 waren, zieht es die Besucher in den Gastlandpavillon. Ziegelsteinpflaster und eine blasse Lichtprojektion der niederländischen Küste sind nicht gerade die beste Art und Weise, das Gastland von seiner schönsten Seite zu zeigen. Meeresrauschen und Möwengeschrei aus Lautsprechern? Ich weiß es schon nicht mehr. Da gibt es doch mehr, zumindest ein paar Käsehäppchen hätten drin sein können. Vielleicht gab es die später… Möglicherweise muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und das gestaltet sich bei so buchstäblich vielseitigen Angeboten gar nicht so einfach. Zweifelsohne war es aber doch ein spannender und interessanter Tag.

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