STOP CETA!

von Marius Albers

STOP CETA Endlos viel ist schon in der TTIP-/CETA-Debatte gesagt und geschrieben worden, über Chlorhühnchen, geheime Verhandlungen mit demokratisch nicht legitimierten Wirtschaftslobbyisten, klagende Unternehmen vor privaten Schiedsgerichten, die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und was der Dinge mehr sind. Statt hier jedoch große Worte zu schwingen und der richtigen der beiden Seiten des Für und Wider eine Stimme zu geben, möchte ich an dieser Stelle einen Diskursbeitrag besonders hervorheben, der einige Originalität besitzt.

Neulich war ich in der Hauptstadt der europäischen Bürokratie unterwegs, bis ein Wechsellichtzeichen mich zum Anhalten gemahnte. Bremsen, auskuppeln, anhalten – alles wie gewohnt. Und doch war irgendetwas anders: Wo sonst ein langweilig-einfacher roter Kreis das Halten gebietet, leuchtete in auffälliger Signalfarbe das Wort „STOP“ auf. Im ersten Moment – pardon, ein billiger Gag – könnte man meinen, dass dies als Service für Farbenblinde gedacht ist, doch die zweite Zeile belehrt uns eines Besseren: „CETA“ steht dort geschrieben, die Botschaft lautet also in Gänze: „STOP CETA“.

Leider schaltete ich zu langsam – oder zu schnell, je nach Standpunkt – und machte daher kein Foto dieser Verkehrs-Attraktion, und so danke ich dem Netz, dass es freundlicherweise ein Bild der besagten Ampel bereitstellt. Neben dem klaren und unmissverständlichen Inhalt der Botschaft sollte man auch die Vorgehensweise der Botschafter loben. Da das Plakatieren an Ampeln verboten ist, zeugt die Wahl des Mediums von einem kreativen Umgang mit den gesetzlichen Regularien (wobei dies sicher auf den zweiten Blick nicht weniger illegal ist). Zudem wird auf diese Weise die vorhandene Leuchtkraft und Signalwirkung unmittelbar miteinbezogen und das Mitgeteilte bekommt eine ganz neue Dimension.

Bleibt zu hoffen, dass die hohen Herren in Brüssel (und, da sie ja freundlicherweise doch wieder entscheiden dürfen, die nationalen Volksvertreter) sich nicht nur gemütlich auf dem Rücksitz in ihr Smartphone vertiefen, sondern auch mal selbst am Verkehr teilnehmen und den Verkehrssignalen die notwendigen Beachtung schenken.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *