Hello – hello – hello (…)

von Susann Vogel

Hello – hello – hello – hello
Here we are now
Entertain –

Vorahnung und Herbst
Ein aufmerksamer Fall
Beredte Ignoranz
Randständig, ein Tramp
Emailletopf, Rucksack
Lektüre, Rückrad
Anliegen und Haut
Jeans und Riss

WALDWALDWALD
WALDWALDWALD
WALDWALD […]

Hello – hello – hello – hello
Because there’s nothing else to do
Every Me & Every You –

Lauf und Lassen
Ein Greifen
Blockade und Verarbeitung

Sie sitzt gerade am Tisch, am Rand aus Transparenz.
Im weißen Raum. Im weißen Licht.

Birkenschatten wie Gliedmaßen und fehlende Hände sprenkeln das Laminat, blaubeerenwunderlich. Erdrückende Namen wandern in ihre ausgebreiteten Arme.

Sie ritzt S-U-P-E-R-T-R-A-M-P ins Holz.

Paraphrasiert in fremder Sprache, Un-Sprache.

Auf der Suche nach Formulierungen für ein Davor.
Nach der Zerlegung.

In der Mitte bricht sie das Schweigen in Apfelspalten und Ahnungen. Trennt das Herz von der Zunge. Kraut um Kraut. Sie trägt ihr eigenes Leuchten im Kopf. Irgendwann tarnt die Erinnerung jedes Ding, jeden Geist, jede blockierte Bemühung um Eroberung der Ganzheit.

Gegen die Seiten. Von einer Wand zur anderen. Sie seufzt.

Das Licht, das Licht, das Licht zertanzt einen Abschied.
Der Windstoß steht im Zimmer neben dem Geruch von Mandeln, Schreibmaschinen und Wunden. Neben dem wuchernden Herbst.

Ihr Alltag legt sich herb auf die Stirn.
Dem Inneren mangelt es an gelingendem Transport nach außen.

Dort eine Masse. Masse. Masse. Druck. Druck. Druck. Fall.

Hinter der bodentiefen Fensterfront knattert ein Moped, in Fahrt. Ein Humpen Bier, Pellkartoffeln im Emailletopf auf dem Holzstuhl. Nussschalen und ein flimmerndes Universum im Gitarrenkasten.

Die Vorabverhandlung aller Wahrheit in den Taschen der Strickjacke, mang dem Summen, Summen, Summen.

Schmerzen in der Nähe des Ohrläppchens. Sie zerrt daran. Laute Kategorien gehört. Sie malt in roten Linien ihrem Unterarm entlang, kippt mit der Sicht den Dachschrägen entgegen. Von den Lidern stürzt ihre Bedeutung ins Dazwischen eines Zwinkerns. Optionen versickern in Fliesenrillen. Zigaretten verkünden den „Rauch Haus Song“, verkünden angemessene Gleichgültigkeit.

Ihr Blick rollt eine staunende Sorge her und hin. Die literarische Hoffnung. Den Mut. Einen mildernden Pierrot, einen hektischen Krampf.

Eine Wiederholung. Wiederholung. Wiederholung.

Ein Denken in Möglichkeiten, in Stärke, in Abwägung, in kennengelernter Welt. Bevor der gelbliche Ton über die Tapete kam.

Kariert-filigran atmet das Muster auf der Bettdecke sie an.

Sie flüstert Mansons:
‚The pain’s not ashamed to repeat itself.‘

Dann schläft sie ein.

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