Wortmeldung vom 15.02: Verloren in wortlosen Gedanken

von Jana Albrecht

„Formuliere deine Gedanken ohne Worte und du wirst beginnen dich zu verstehen!“
Ein Kopf voller Gedanken – Sehnsüchte und Erschütterungen, Emotionen und Ängste. Gedanken, die sich nicht in Worte fassen lassen – sich in einem Labyrinth elektrisierend verlaufen, nicht greifbar sind – nur einsam existieren. Greifbar nah aber nie zu fassen. Viel zu schnell rasen sie durch das Labyrinth, viel zu schnell in alle Richtungen – das Ich kann nicht folgen und doch versteht es die Komplexität des gedanklichen Konstrukts, unfähig sich mit Sprache mitzuteilen. Eine Sprache voll von Worten, die nie ausreichen wird um die Implosion subjektiv belastender Worte des denkenden Seins zu formulieren – welche bereits formuliert sind aber immer im Ich gefangen sein werden. Einem Ich, einem Sein, einem Subjekt, das verzweifelt nach Worten sucht um sich mitteilen zu können – teilhaben zu können an den scheinbar so klar definierten Worten anderer. Aber das Wort ist verschwunden im schwarzen Loch des Labyrinths voller komplexer Bilder voller Gedanken ohne Worte. Doch ist das Bild nicht selbst Wort? Die Aneinanderreihung von Bildern nicht selbst Satz?


„Formuliere deine Gedanken ohne Worte(…)“ – es braucht keine Worte um das Komplexe zu verstehen, das Ich wird sich erst ohne Worte verstehen, verstehen können – ohne Worte deren Sinn zu begrenzt ist um verstanden werden zu können. Das Wort als Signifikant allein nur Verständigungsmittel der Subjekte, jedes Wort als Signifikat zwar diskursiv verstanden, und dennoch individuell different verstanden– weil zu komplex. Beginne dich selbst zu verstehen – beginne Gedanken ohne Worte zu formulieren – beginne zu denken, für dich allein, denn:
ein Formulieren ohne Worte – ohne Sprache
bleibt nur ‚Gemurmel‘ im schallenden Raum
ist weder Wort noch Gedanke
sondern reines Bild des denkenden Seins
des einsamen Denkens des Individuums
jedes Bild Wort
jede Bilderfolge Satz
wortlose Gedanken reine Träumerei(?)
in der Einsamkeit des Seins
ohne Gemurmel teil zu haben
ohne Teil zu sein – einer zur Wahrheit stigmatisierten Realität
Ein jeder verloren in seiner Gedanken-Welt ,
die nur selbst, ohne Teilhabe verstanden werden kann
die nur selbst Sein kann
nur ohne Wort verstanden werden kann,
in wortlosen Gedanken.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *