LiteraListenLesung am 15.04.15 in der Bücherkiste

Die erste Lesung im neuen Semester steht an!
Am Mittwoch, dem 15. April laden die LiteraListen wieder zum Lesen und Lauschen literarischer Köstlichkeiten!

Örtlichkeit: Bücherkiste in Siegen/Weidenau

Beginn: 19 Uhr

Wenn auch ihr gerne einen Text vorstellen möchtet, meldet euch bei uns. Wir sind auf neue wie bekannte AutorInnen gespannt!

Unser Line-Up sowie die musikalischen Zwischentöne werden hier in Kürze bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf einen gemütlichen Abend in der guten, alten Bücherkiste, die selbstverständlich auch zum Büchergucken einlädt!

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Lyrische Konservendosen

von Laura Schönwies

Ich setze an
„Klick“
Beginne am Rädchen zu drehen
Es bohrt sich in den Grund
Wieder und immer wieder
Ein spitzer Rand
Ich hebe den Deckel ab
Schaue hinein
Schütte den Inhalt in den Topf
Ich fische einzelne Teile heraus
Einige sortiere ich an den Rand
Andere ordne ich einander zu
Schiebe sie an meine Lippen
In meinen Mund Weiterlesen

16.03.2015: Schatzsuche

Geht auf die Suche und entdeckt mit Lisa Maria Pilhofer einen echten Schatz ihrer Kindheit!

Von Lisa Pilhofer

In den Schulferien sind wir immer verreist. Als mein Bruder und ich zwischen 6 und 12 Jahre alt waren, sind wir mit unseren Eltern und Großeltern besonders oft nach Italien gefahren, in die Toscana, dort haben wir ein Apartment auf einem Bauernhof gemietet. Wenn wir uns nicht auf dem Bauernhof aufgehalten oder die Wälder drum herum erkundet haben, sind wir öfter in den Städten unterwegs gewesen. Aber vor allem haben wir Ruinenstätten besucht. Die Ruinen in der Toscana sind mir besonders im Gedächtnis geblieben. Nicht etwa, weil ich als Sechsjährige sonderlich an Kultur und Geschichte interessiert gewesen wäre. Bei den Orten, die wir besichtigt haben, war es mir herzlich egal, welche Stadt oder welches Dorf dieser Haufen moosbedeckter Steine mal gewesen sein sollte. Für mich und meinen Bruder waren es Spielplätze, und nicht nur das: Es waren Schatzinseln. Weiterlesen

… und dann kam Tschick

von Wiebke Kühlbach

Wolfgang Herrndorfs neuer Roman „Tschick“ ist eine wilde Berg-und-Tal-Fahrt durch die ersten großen Fragen im Leben eines 14-Jährigen mit einer Ladung Ironie auf der Rückbank.

Zum Glück bin ich keine vierzehn mehr!“ – Das hat wohl jeder von uns mehr als nur einmal gedacht, wenn er mit pubertierenden, lauthals kichernden Teenagern in der Bahn saß oder womöglich noch eins von diesen Exemplaren zu Hause hat. Türen knallen, laute Musik und Probleme, die wir nicht verstehen. Aber dann kam „Tschick“. Und mit einem Mal sehnen wir uns nach dieser Zeit zurück, als der Pausenhof das Zentrum des Universums war und einem die Sommerferien wie eine Ewigkeit vorkamen.

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Vogelregen

von Michael Fassel

Leere Straßen, abgestellte Autos, offene Türen, zersprungene Fenster. Eine kühle Brise zupfte sachte an den Gardinen, die wie gespenstische Fahnen aus den Häusern wehten. Das waren die Bilder, die auf ihn einschlugen, als er mit einer heißen Zitrone auf der Bank saß. Er zog sich seine Mütze bis zu den Augenlidern. Sperlinge fielen geräuschvoll auf den Boden, Tauben klatschten auf den Asphalt wie Wasserballons. Wind bleichte die Denkmäler aus. Blut rann über die Schaufenster, sickerte in die Kellerschächte. Weiterlesen

Im Dickicht der 65. Berlinale

Bild

von Michael Fassel

Wartelisten für Kinoplätze

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„Ich kann Sie auf die Warteliste setzen“, sagt die freundliche Kassiererin. „Dann sollten Sie spätestens um halb sieben im Foyer sein.“ Soll ich nun anderthalb Stunden im Haus der Berliner Festspiele auf die Premiere von Better Call Saul, dem Spin-Off der populären US-Serie Breaking Bad, warten, um eventuell noch ein kostenloses Ticket zu bekommen? Die Information, dass der Hauptdarsteller Bob Odenkirk auch im Kinosaal sitzt und nach der Vorführung Fragen des Publikums beantwortet, klingt verlockend. Doch ein Platz auf der Warteliste ist keine Garantie, wie sich herausstellt. Bin ich nun im LSF-Dschungel oder im Dickicht der Berlinale? Zum Glück Letzteres, denn im Gegensatz zum elektronischen Vorlesungsverzeichnis der Uni Siegen werden die Gäste der alljährlichen Berliner Filmfestspiele mit einem übersichtlichen Programm in Printform versorgt, können Inhaltsbeschreibungen lesen, ohne sich die Finger wund zu klicken.

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