Frank Schätzing, Désirée Nick und „Graf von Stauffenberg“ – So vielseitig war die Frankfurter Buchmesse 2018

Ein subjektiver Nachbericht von Michael Fassel

Freitag, 12. Oktober: Nebelbänke lösen sich langsam auf, während die ersten Sonnenstrahlen die bunten Baumkronen in ein bernsteinfarbenes Licht tauchen. Da hebe auch ich mal den Blick länger von Frank Schätzings wuchtigen Thriller Die Tyrannei des Schmetterlings (ein Titel, der jedoch diesen friedvoll anmutenden Oktobertag einen bitteren Beigeschmack gibt) und lasse meinen Blick über die Landschaft zwischen Siegen und Frankfurt schweifen. Nichtsdestotrotz genieße ich die Farbenpracht sämtlicher Gelb- und Rottöne, die langsam an mir vorüberziehen. Dazu gesellt ist die freudige Erwartung auf die Frankfurter Buchmesse, die offenbar den azurblauen Tag für sich gepachtet hat. Auf der Außenanlage des Messegeländes tummeln sich viele Menschen mit Kaltgetränk und Eis und lassen sich die wärmende Sonne ins Gesicht scheinen. Ein Szenario, wovon manche Sommerfeste nur träumen können. Weiterlesen

Fortsetzungsroman: Kreuzfahrt

Kapitel 1

von Michael Fassel

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Die schulterlangen Haare waren fransig. Sie hätte doch noch zum Friseur gehen sollen, als sie sich im Spiegel betrachtete.
Oder sie würde den Board-Friseur aufsuchen.
Der aber kostete mindestens das Doppelte als in der Stadt. Weiterlesen

Kohlenkind

von Kristin Scheller

Ich betrachte sie aus dem Augenwinkel. Hass brodelt in mir wie Gift in einem Hexenkessel. Niemand kennt sie so gut wie ich. Und das ist nicht bloß ein Spruch, nicht nur so daher gesagt. Ich kenne sie – ihren Geist, ihre Psyche, ihren Verstand. Die kleinen Narben und Kratzer auf ihrer Seele, die Risse, die sie durchziehen, die gähnenden Wunden ganz tief in ihr verschüttet – all das ist mir bekannt. Zu bekannt. Mir wird schlecht bei ihrem Anblick, in ihrer Gegenwart zehrt und schüttelt mein Seelenfrieden an mir, dreht mich weg, zieht mich in die entgegengesetzte Richtung. Weiterlesen