„So einfach wie möglich“

Der LSF-Beauftragte Ingo Köster über die Hintergründe des Systems, seinen Job und seine Erfahrungen mit den Studierenden.

Teil 1 des LiteraListen-Interviews von Christian Schütte und Kathrin Wagner

Ingo Köster

Ingo Köster (Foto: Hendrik Schulz)

Wenn es mit der LSF-Anmeldung zu Prüfungen oder Studienleistungen nicht klappt, ist Dr. Ingo Köster einer der Ansprechpartner für Studierende der Fakultät I. Nicht jeder bricht in Jubel aus, wenn diese drei Buchstaben erwähnt werden: LSF steht für „Lehre, Studium, Forschung“ und damit für eine Web-Anwendung, die neben Siegen mehr als zwanzig andere Hochschulen in Deutschland nutzen. Innerhalb der Philosophischen Fakultät ist Köster für den ehemaligen Fachbereich 3 (Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft) zuständig. Zu den Aufgaben bei der Prüfungsorganisation zählt neben der Hilfe für Studierenden mit Problemen auch die Schulung von Dozierenden. Wie er zur Kritik am LSF-System steht und wie sein Traum idealer Benutzerfreundlichkeit aussieht, erläutert Ingo Köster im LiteraListen-Interview.

Herr Köster, wenn das LSF nicht richtig funktioniert, weil der Server überlastet ist, und sich Studierende nicht einloggen können, obwohl sie das dringend tun müssten – ist das nicht peinlich für die Uni?
Mir ist gar nicht bekannt, dass das so häufig passiert. Ich bekomme solche Fehlermeldungen von Studierenden als Mail-Anfrage nicht häufig, das sind pro Semester vielleicht drei oder vier.

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Science Fiction und reale Riesen-Spinnen

Anastasia Schmidt im Gespräch mit dem Sprachpraxis-Dozenten Keith Bliss.

Keith Bliss ist einer der „Native Speaker“ unserer Universität. Was ihn unverwechselbar macht, ist sein Sinn für Humor. Als einer der wenigen Dozenten schafft er es seine Sprachpraxis-Studierenden sogar morgens früh um acht zum Lachen zu bringen. Dass er seine halbe Kindheit in Australien verbracht hat und Karneval nicht ausstehen kann, wissen aber nur die wenigsten.

Schmidt: Wie kommt es eigentlich, dass Sie so gut Deutsch können?

Bliss: Zum einen habe ich in England einen Bachelor in Germanistik gemacht. Und ich lebe seit mittlerweile 29 Jahren hier.

Wow. Das ist lang. Wo wurden Sie denn geboren?

In Widnes, bei Liverpool. Ist wie Siegen, nur ohne Berge: grau in grau.

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Von Feine Kreise bis Junior Consulting

Berlin, Hamburg oder der Ruhrpott gelten als Hochburgen des deutschen Hip-Hop. Fernab von dem ganzen Hype hat sich das Siegerland zu einer Konstante gemausert. Stefan Schwenzfeier hat daran großen Anteil. Anfang 2011 gründete er das Independent-Label Feine Kreise. Ein Interview von Ahmad-Id Al-Akkad

Was hat dich dazu bewogen, ein Label zu gründen?

Den Gedanken hatte ich schon sehr lange. Ich hab zuvor bei Rubin Music als Projektmanager mitgewirkt, dort war ich für Veröffentlichungen, Promo und Vertrieb zuständig. Als dann Nazz, die Gründerin von Rubin Music, den Laden dicht machen wollte, war der Zeitpunkt gekommen, ein eigenes Plattenlabel zu gründen. Alle Künstler, die vorher bei Rubin waren, sind mitgekommen.

Hatte Nazz ein Problem damit?

Keinesfalls. Bis vor kurzem war sie noch bei Feine Kreise.

Welche Künstler sind denn aktuell bei dir unter Vertrag?

Inflabluntahz, B.E. der Micathlet, Lou Lettow, Ill-Luzion und Jephza.

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Von nächtlichen Früchten und ersten Sätzen

„Geheime Kräfte“. So lautet der Titel des neuen Buches von Roland E. Koch. Kurz vor seiner Lesung am 6. Juni lüftet der Kölner Schriftsteller ein paar Geheimnisse zur Entstehung und verrät, wie wichtig Vertrauen beim Schreiben ist.

 Das Interview führte Laura Puglisi

Herr Koch, Sie sind Schriftsteller, schreiben für Rundfunk und Zeitungen und sind Dozent an der Uni Siegen, an der Sie seit 2008 die Kurse „Kreatives Schreiben“, „Journalistisches Schreiben“ und „Professionelles Schreiben“ unterrichten. Wie kam es dazu?

Ich habe selbst Ende der 80er Jahre Literaturwissenschaften an der Uni Siegen studiert. Zu der Zeit war die Uni noch klein und idyllisch und ich war hier sehr glücklich. Nachdem ich meinen ersten Roman geschrieben hatte, begann ich neben meiner Autorenkarriere am Literaturinstitut in Leipzig zu unterrichten, später in Hildesheim, wo es einen Studiengang „Kreatives Schreiben“ gibt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und als mir vor 5 Jahren eine Stelle an der Uni Siegen angeboten wurde, habe ich mich sehr gefreut. Ich bin sehr gerne hier, es ist wie in eine andere Welt einzutauchen. Sehr interessant finde ich die Distanz, die ich zu meinen Studenten habe, da ich ihnen nicht in meiner Heimat Köln begegne.
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Mit der Kuh auf Du und Du

Schon mal mit einer Kuh gekuschelt? Im Sauerland ist das normal, wie das Interview von Isabell Malytczuk beweist

Familie Möller bietet Kuhkuschel-Seminare im Sauerland an

Isabell Malytczuk: Frau Möller, Sie bewirtschaften zusammen mit Ihrem Mann den Bergwaldhof bei Meinerzhagen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kuhkuschel-Seminare anzubieten?
Simone Möller: Im Jahr 2009 las ich davon erstmals in einer Bauernzeitschrift.  Die Idee stammt von einem Hof aus den Niederlanden. Ein paar Monate zuvor wurde unser Bulle Silvan geboren, den wir mit der Flasche aufziehen mussten, weil seine Mutter ihn verstoßen hatte. Aus diesem Grund ist er besonders zahm. Wir schlossen ihn ins Herz und kauften einen gleichaltrigen Artgenossen, damit er nicht allein war. Für uns stand schnell fest, dass die beiden auf unserem Hof bleiben  und sich durch die Kurse ihr Futter selbst verdienen sollten.

An welche Zielgruppe richtet sich das Angebot?
Grundsätzlich ist es für jedermann geeignet. Unsere Seminarteilnehmer sind häufig gestresste Städter, die einmal dem Alltag entfliehen wollen. Aus der ganzen Bundesrepublik kommen sie zu uns ins Sauerland.

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„Nein, zum Abitur musste ich keine Bäume fällen“

Von der friedlichen Waldorfschule ins harte BWL-Studium – kann das gutgehen? Isabell Meurers interviewt eine Studentin, die den Sprung geschafft hat.

Die 21jährige BWL-Studentin Julia D. hat ihr Abitur auf einer Waldorfschule gemacht – und bereut es nicht.

Isabell Meurers: Sie waren von der ersten Klasse bis zum Abitur auf einer Waldorfschule. Warum haben Ihre Eltern sich damals für diese Schulform entschieden?
Julia D.: Weil meine Eltern auch schon ihr Abitur auf einer Waldorfschule gemacht hatten. Beide sind studierte Leute, aus denen „was Vernünftiges“ geworden ist. Sie haben ausschließlich gute Erfahrungen dort gemacht, daher war klar, dass ich und meine jüngeren Geschwister auf dieselbe Schule gehen. Dennoch hätte ich jederzeit wechseln können, wenn ich gewollt hätte.

Es gibt ja viele Vorurteile über Waldorfschulen …
O ja, die gibt es. Jeder, der erfährt, auf welcher Schule ich war, sagt als Erstes, dass ich bestimmt auch meinen Namen tanzen kann. Ich wurde sogar mal gefragt, ob ich bei meiner Abiturprüfung Bäume fällen musste. So ein Unsinn.

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