23.02.2015: Houellebecq und die Medien

von Theresa Müller

 „Jedes Mal wenn ich erfuhr, dass ein palästinensischer Terrorist, ein palästinensisches Kind oder eine schwangere Palästinenserin im Gazastreifen erschossen worden war, durchzuckte mich ein Schauder der Begeisterung bei dem Gedanken, dass es einen Muslim weniger gab.“

Es sind Sätze wie dieser aus dem Roman Plattform und einige Interviewaussagen (z.B. „Der Islam ist die dümmste aller Religionen“) des französischen Star-Autors Michel Houellebecq, die ihn 2001 zum Enfant Terrible des französischen Literaturbetriebs werden ließen. Weiterlesen

09.02.2015: Vom Meer verschluckt

von Sebastian Wilhelm

Ich möchte euch ein wenig für das Meer begeistern und nehme euch mit auf eine auf eine Reise.
So als hättet ihr letztes Nacht zu lange verträumt in einen dunklen Teich geschaut, nehme ich euch nun hinab in die weiten unendlichen Tiefen, aus denen ihr so schnell nicht wieder herausfinden werdet. In einer ominösen sphärischen Welt, in der kein Licht mehr hindurch bricht.
Gespenstisch stürzte der seichte Meeresgrund meterweit in die Tiefe und alles um uns herum tränkte sich plötzlich in einem azuren Blau, was stetig dunkler wurde, je tiefer wir fielen. Weiterlesen

12.01.2015: Vom Anfänge-Sammeln

von Dinah Fischer

Inzwischen sind wir schon ein paar Schritte weit in 2015 unterwegs. Haben schon mal ein paar Tage gekostet, können aber doch noch nicht so recht sagen, ob wir den Geschmack wirklich mögen. Ich fühle mich in dieser Zeit immer etwas unbehaglich, orientierungslos. Und dann ist da diese Chance, die beinahe etwas von einer Pflicht hat, den Jahresanfang auch für eigene kleine Anfänge zu nutzen – oder für einen großen. Ganz so, als wären die ersten Januartage die einzige Zeit, in der du etwas beginnen oder verändern darfst. Mir sind – und damit stehe ich vermutlich ziemlich alleine da – die Monate ab September lieber. Sobald die Luft anfängt, nach Herbst zu riechen, kann ich mich entspannen: Jetzt geht es wieder abwärts. Nicht im negativen Sinne, sondern so, wie wenn man im Winter einen steilen Berg hinaufgestiegen ist und nun mit dem Schlitten hinabsausen darf. Das Jahr beginnt auszuatmen und pustet dich sanft bergab Richtung Weihnachten, dessen warme Lichter dir wie eine einladende Landebahn entgegenleuchten. Auf einer Welle von Süßigkeiten und weihnachtlicher Freundlichkeit gleitest du durch die Zeit zwischen den Jahren und rutschst schließlich in einen neuen Januar, wo du mehr oder weniger sanft zum Stehen kommst. Neben dir landen noch ein paar letzte Marzipankartoffeln. Du stehst auf und wirfst einen Blick zurück auf die vergangenen zwölf Monate, leicht unsicher, was du damit anfangen sollst. Vielleicht schießt du sie in den Wind, zusammen mit ein paar sprühenden Feuerwerksraketen, damit es nicht so traurig aussieht. Oder du faltest sie ruhig zusammen und legst sie auf den – mehr oder weniger hohen – Stapel, zu den bisherigen. Vielleicht rahmst du sie dir auch ein und hängst sie neben dein Bett, weil sie dir so gut gefallen haben. Weiterlesen

29.12.2014: „That mattered.“

von Susann Vogel

„That mattered.“*

Soll er öfter gesagt haben, Christopher Johnson McCandless alias Alexander Supertramp. Über die Dinge, die von Bedeutung waren, die wirklich eine Rolle gespielt haben:

 „[…] A job, a task, a book; anything requiring efficient concentration (Circumstance has no value. It is how one relates to a situation that has value. All true meaning resides in the personal relationship to a phenomenon, what it means to you).“* Weiterlesen

22.12.2014: Advent, Advent – der Geldbeutel brennt!

von Wiebke Kühlbauch

Noch drei Mal Schlafen und es ist soweit, dann ist endlich Weihnachten. Viele fiebern dieser Zeit entgegen – mich eingeschlossen. In die Heimat fahren, Familie wiedersehen, gutes Essen, runterkommen. Das Ganze geht natürlich auch mit der Geschenke-Orgie einher. Jeden Tag kündigt sich noch ein weiteres Familienmitglied für die Festtage an und die Liste der Präsente wächst und wächst. Jaja, der gute alte Weihnachtsstress, ehe es dann besinnlich wird.
Für mich ist Weihnachten dennoch kein Konsumfest, wie es oft heißt. Was ist mit den Leuten, denen es ganz einfach einen Riesenspaß macht, anderen etwas zu schenken? Und so sollen auch der Enkel vom Freund meiner Mutter, die Tante, die ich ein Mal im Jahr sehe und die Oma meines Freundes nicht leer ausgehen. Da streikt bei uns Studenten allerdings oft der Geldbeutel, aber selbstgemacht ist ja sowieso viel schöner. Deshalb hier ein paar Ideen, die man auch auf den letzten Drücker noch umsetzen kann und kaum ins Geld gehen. Weiterlesen

15.12.2014: Zum Fall „Tugce“ und den Medien

von Natalie Meyer

Nachdem der tragische Tod der 23-jährigen Tugce aus Offenbach bekannt wurde, gab es mehr und mehr skurrile und seltsame „Berichterstattungen“ zu dem Thema. Bevor ich die verschiedenen Ausschnitte aus der Medienlandschaft für sich sprechen lasse, hier ein Überblick zu den Ereignissen, für diejenigen unter euch, die noch immer nicht wissen, wer Tugce ist. Hilfe bietet hier Tugces Wikipedia-Artikel: Weiterlesen

01.12.2014: „Weihnachts-Countdown“ oder: Von 1 bis 24

von Laura Schönwies

Meine Hände umschließen den Griff noch fester. Der mentale Scheuklappen-Blick wird aufgesetzt. Einmal durchatmen und dann bloß schnell hier durch und ja nicht aufregen! Schließlich kennen wir das Spiel: Alle Jahre wieder scheint ein modernes Konsum-Fest namens Weihnachten immer früher in den Geschäften anzubrechen. Spekulatius stapelt sich an der Stelle, wo ich doch eigentlich nur eine ganz einfache Schokolade zum Geburtstag kaufen will. Gibt es hier auch noch etwas ohne Sterne drauf? Egal, ja nicht aufregen! Weiterlesen

10.11.2014: Mit den Augen einer Fotografin

von Franziska Elsner

Eine bunte Welle fliegt auf die Frau zu, tausende Farbpartikel scheinen in der Luft zu schweben und regnen auf die Haut herab. Leicht setzen sie sich auf die Wimpern und in die Haare des Models. Die junge Frau blinzelt und öffnet verführerisch die Augen. Das Klicken der Kamera wird schneller und intensiver. Der richtige Augenblick ist wichtig. Dieser kann der Bruchteil einer Sekunde sein, in dem alles stimmt und genau diesen Moment gilt es festzuhalten. Jeder Einzelne der kleinen Gruppe weiß, was er zu tun hat. Der Make-Up-Artist kümmert sich um das Make-Up und das Outfit des Models und die Blitze müssen im richtigen Winkel auf das Model und den Hintergrund gerichtet sein. Mit der Kamera in der Hand und unzähligen Schweißtropfen auf der Stirn komme zu guter Letzt ich selbst ins Spiel. Durch den Sucher meiner Spiegelreflex habe ich bereits unglaublich interessante und grundverschiedene Charaktere kennen gelernt und in ausdrucksstarken Bildern festgehalten. Weiterlesen