Science Fiction und reale Riesen-Spinnen

Anastasia Schmidt im Gespräch mit dem Sprachpraxis-Dozenten Keith Bliss.

Keith Bliss ist einer der „Native Speaker“ unserer Universität. Was ihn unverwechselbar macht, ist sein Sinn für Humor. Als einer der wenigen Dozenten schafft er es seine Sprachpraxis-Studierenden sogar morgens früh um acht zum Lachen zu bringen. Dass er seine halbe Kindheit in Australien verbracht hat und Karneval nicht ausstehen kann, wissen aber nur die wenigsten.

Schmidt: Wie kommt es eigentlich, dass Sie so gut Deutsch können?

Bliss: Zum einen habe ich in England einen Bachelor in Germanistik gemacht. Und ich lebe seit mittlerweile 29 Jahren hier.

Wow. Das ist lang. Wo wurden Sie denn geboren?

In Widnes, bei Liverpool. Ist wie Siegen, nur ohne Berge: grau in grau.

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Plötzlicher Tod eines Studiengangs

von Minou Wallesch

Am Mittwoch, 10. Juli, stimmt um 14 Uhr im Senatssaal der Fakultätsrat darüber ab, ob der Bachelorstudiengang „Pädagogik: Inklusion und Entwicklung“ abgeschafft werden soll. Die Studierenden sind empört und protestieren.

Vier Jahre jung ist der Bachelorstudiengang „Pädagogik: Entwicklung und Inklusion“ (BAStEI). Nun hat das Dekanat einen Antrag auf Abschaffung des Studiengangs gestellt. Er soll ab kommenden Semester auslaufen. Am Mittwoch stimmt der Fakultätsrat darüber ab, ob diesem Antrag stattgegeben wird. Die Bewerbung für das Wintersemester 2013/14 läuft allerdings schon. Die 40 Studienplätze sind gefragt. Mehr als 40 Bewerbungen für den BAStEI-Studiengang gingen bereits ein, berichtet die Siegener Zeitung. Der Studiengang wird auch weiterhin beworben. Beispielsweise am „Tag der offenen Uni“.

Studierende formulieren Gegenargumente

Prof. Dr. Matthias Trautmann, Prodekan für Lehre, Studium und Weiterbildung, sagt, eine Abschaffung des BAStEI werde schon länger diskutiert. Als Gründe dafür nennt er: zu wenige Dozierende und einen fehlenden Masterstudiengang. Die BAStEI-Studierenden, der Fachschaftsrat für Gesellschafts- und Geisteswissenschaften für alle Bachelor-, Master- und Lehramtsstudierende und der AStA versuchen diese Gründe in einer Stellungnahme zu entkräften. Nach ihren Angaben gibt es genügend Kapazitäten, um den Studiengang fortzuführen. Die Professuren „Soziale Rehabilitation und Inklusion“, ,Heilpädagogik“, „Entwicklung“ und eine neue Stelle in den Erziehungswissenschaften sind momentan alle besetzt.

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Mit Begeisterung und ohne Gnade

von Jan-Hendrik Schulz

Kommentar zum Siegener Einparkphänomen und ein Versuch nachzuvollziehen, warum wir alle vor dem Rechner gesessen haben.

Es sind drei Faktoren, die das Internetphänomen um den Parkhauskönig von Siegen so groß gemacht haben: Die coole Lässigkeit des Protagonisten, Witz und Kreativität der Siegener Studierendenschaft, die das Foto und die Begleitumstände in vielfältigster Form aufgegriffen haben und – ja – auch die Häme darüber, dass jemand seine „verdiente Strafe“ bekommen hat.

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Von nächtlichen Früchten und ersten Sätzen

„Geheime Kräfte“. So lautet der Titel des neuen Buches von Roland E. Koch. Kurz vor seiner Lesung am 6. Juni lüftet der Kölner Schriftsteller ein paar Geheimnisse zur Entstehung und verrät, wie wichtig Vertrauen beim Schreiben ist.

 Das Interview führte Laura Puglisi

Herr Koch, Sie sind Schriftsteller, schreiben für Rundfunk und Zeitungen und sind Dozent an der Uni Siegen, an der Sie seit 2008 die Kurse „Kreatives Schreiben“, „Journalistisches Schreiben“ und „Professionelles Schreiben“ unterrichten. Wie kam es dazu?

Ich habe selbst Ende der 80er Jahre Literaturwissenschaften an der Uni Siegen studiert. Zu der Zeit war die Uni noch klein und idyllisch und ich war hier sehr glücklich. Nachdem ich meinen ersten Roman geschrieben hatte, begann ich neben meiner Autorenkarriere am Literaturinstitut in Leipzig zu unterrichten, später in Hildesheim, wo es einen Studiengang „Kreatives Schreiben“ gibt. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und als mir vor 5 Jahren eine Stelle an der Uni Siegen angeboten wurde, habe ich mich sehr gefreut. Ich bin sehr gerne hier, es ist wie in eine andere Welt einzutauchen. Sehr interessant finde ich die Distanz, die ich zu meinen Studenten habe, da ich ihnen nicht in meiner Heimat Köln begegne.
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„Nein, zum Abitur musste ich keine Bäume fällen“

Von der friedlichen Waldorfschule ins harte BWL-Studium – kann das gutgehen? Isabell Meurers interviewt eine Studentin, die den Sprung geschafft hat.

Die 21jährige BWL-Studentin Julia D. hat ihr Abitur auf einer Waldorfschule gemacht – und bereut es nicht.

Isabell Meurers: Sie waren von der ersten Klasse bis zum Abitur auf einer Waldorfschule. Warum haben Ihre Eltern sich damals für diese Schulform entschieden?
Julia D.: Weil meine Eltern auch schon ihr Abitur auf einer Waldorfschule gemacht hatten. Beide sind studierte Leute, aus denen „was Vernünftiges“ geworden ist. Sie haben ausschließlich gute Erfahrungen dort gemacht, daher war klar, dass ich und meine jüngeren Geschwister auf dieselbe Schule gehen. Dennoch hätte ich jederzeit wechseln können, wenn ich gewollt hätte.

Es gibt ja viele Vorurteile über Waldorfschulen …
O ja, die gibt es. Jeder, der erfährt, auf welcher Schule ich war, sagt als Erstes, dass ich bestimmt auch meinen Namen tanzen kann. Ich wurde sogar mal gefragt, ob ich bei meiner Abiturprüfung Bäume fällen musste. So ein Unsinn.

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