Ich habe wohl eine Missionarsphobie. Und das ist auch gut so

von Kathrin Wagner

Ich bin nicht homosexuell, trotzdem bekomme ich bei Facebook missionarisch anmutende Nachrichten von homophoben Christen, die mir sagen wollen „Outing ist out“ oder „Homosexualität ist heilbar“. Irgendwie müssen sie ihre Ansichten ja unters Volk bringen. Ich kriege eine Gänsehaut und das Frühstück will sich einen Weg durch meinen Mund in die Freiheit bahnen.

Weiterlesen

Rote Karte für Homophobie

von Jenny Brehm

Homosexualität und Fußball

Ich habe selbst Fußball gespielt, von der B-Jugend bis in den Herrenfußball. Dabei habe ich in der Kabine oder beim Training erlebt, wie homophobe Sprüche und Witze gerissen wurden. Aus Angst habe ich geschwiegen. Das ist gang und gäbe im Amateurbereich. Im Profifußball ist es nicht anders, wie Thomas Hitzlsperger sagt. Er ist der erste (prominente) offen schwule Berufsfußballer in Deutschland. Sein Outing ist ein mutiges Zeichen und wichtig. Allerdings hat er seine Karriere schon beendet.

Ich bin zwar nicht schwul, aber als Mensch, der als Mann geboren wurde, so gelebt hat und unglücklich damit gewesen ist und lieber als Frau leben möchte, weiß ich, wie schwer das ist, sich zu outen. Erst nachdem ich aufgehört hatte mit dem Fußballspielen, habe ich mich geoutet. Aus Angst vor den Reaktionen meiner Mitspieler. Die ehemaligen Mitspieler reden heute kein Wort mehr mit mir.

Weiterlesen

Und Action, bitte!

von Jan-Hendrik Schulz

Ein guter Rat für die Moderatoren des Goldenen Monaco 2013. Die Filme und Showeinlagen des Abends waren klasse. Nur die Moderation hätte ein wenig mehr Biss vertragen können. Ein Kommentar von Minou Wallesch.

goldener_monaco

Er sollte wohl einen glamourösen Anblick bieten. Doch der Bühnenhintergrund wirkt wie die Grafik eines schlechten Videospiels aus den 90ern. Es gibt ein Pseudoflammenmeer in Rot und Schwarz mit Goldener-Monaco-Schriftzug auf dem Bildschirm. Auf die Außenseiten der weißen Wand werden drei karierte Vierecke projiziert, die sich umeinander drehen, sodass ab und zu ein Herz entsteht. Eine schöne Idee, da auch die Gäste beim Einlass einen Herzstempel auf die Hand gedrückt bekamen. Links die Monacoband, sonst ist die Bühne leer.

Weiterlesen

Zusammenraufen statt Grabenkämpfe

von Jan-Hendrik Schulz

Was bringt die Veranstaltungsreihe „Campus im Dialog“?

Irgendetwas muss passieren. Schlangen vor der Mensa, kaum studentischer Wohnraum, zu wenig Plätze in Seminaren. In der neuen Veranstaltungsreihe „Campus im Dialog“ sollen sich die Studierenden mit der Universitätsleitung austauschen und dazu beitragen, die Probleme zu lösen, eine neue Form des Austauschs schaffen. Raus aus den Verwaltungstrakten, unter die Studierenden. Mit AStA-Mann Julian Hopmann diskutierten Philipp Schmidt von der Studienberatung, Studentenwerk-Geschäftsführer Detlef Rujanski, Rektor Holger Burckhart und Franz-Josef Klein, Prorektor für Studium und Lehre.

CampusDialog

Weiterlesen

Armer Katholik …

von Laura Schönwies

Die katholische Kirche hat immer wieder mit neuen Skandalen zu kämpfen. Von Kindesmissbrauch bis zur maßlosen Geldverschwendung ist alles dabei. Laura Schönwies setzt sich in diesem Kommentar kritisch mit der katholischen Kirche und dem gesellschaftlichen Umgang mit dieser auseinander.

„Missbrauch“,  „veraltet“, „Protzbischof“: Was bekommt man als Katholik nicht alles um die Ohren gehauen. Glaubt die Gesellschaft wirklich, dass man als junger Mensch keine einzige kirchliche Einrichtung mehr betreten kann, ohne unberührt wieder hinauszugehen? Keine Frage, Kindesmissbrauch ist unentschuldbar. Es sind jedoch einzelne Fälle, in denen sich Erwachsene selbstständig an unschuldigen Kindern vergangen haben. Die Kirche befähigt nicht im Geringsten dazu. Sie verkündet die Worte aus dem Markusevangelium: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht“. Beim Missbrauch ist der Täter schuldig geworden. Die Kirche muss die kleinsten Mitglieder vor ihnen schützen.

Weiterlesen

„Komm’ Se rein, hier ist noch Platz“

von Gabriele Unruh

Zur  Studiensituation an der Uni Siegen

Die Universität Siegen zählt seit diesem Semester 18.551 Studierende. Eine Uni mit vielen Studierenden hat prinzipiell Vorteile: Es gibt ein breites Angebot von Kursen, der Campus erscheint urbaner und auch die Vielfalt unter den Studierenden wächst. Doch habe ich das Gefühl, dass zwar die Zahl der Immatrikulierten steigt, die Universität aber nicht mitwächst. Der Haupt-Komplex auf dem Haardter Berg wurde 1972 gebaut und ist für etwa 8.000 Studierende ausgelegt. Es wurde immer wieder erneuert, saniert und umgebaut und seit 1995 gehört auch das ehemalige Standortlazarett unter dem Namen Emmy-Noether-Campus zur Bildungsstätte. Aber an allen Ecken und Enden sticht es ins Auge: Die Universität hinkt hinterher. Zum Beispiel habe ich vorletztes Wochenende ein Seminar besucht, bei dem ich den gesamten Samstag auf der Treppe eines Hörsaals sitzen musste, weil es nicht ausreichend Sitzplätze für alle Teilnehmer gab. Dort hatte ich eine wunderbare Aussicht auf die Schuhe meiner Kommilitonen. Den Dozenten jedoch konnte ich kaum erkennen.

Weiterlesen

Mit Begeisterung und ohne Gnade

von Jan-Hendrik Schulz

Kommentar zum Siegener Einparkphänomen und ein Versuch nachzuvollziehen, warum wir alle vor dem Rechner gesessen haben.

Es sind drei Faktoren, die das Internetphänomen um den Parkhauskönig von Siegen so groß gemacht haben: Die coole Lässigkeit des Protagonisten, Witz und Kreativität der Siegener Studierendenschaft, die das Foto und die Begleitumstände in vielfältigster Form aufgegriffen haben und – ja – auch die Häme darüber, dass jemand seine „verdiente Strafe“ bekommen hat.

Weiterlesen

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

von Kai Herrmann

Ein Kommentar zur Steuer-Affäre Hoeneß

Der Saubermann des deutschen Fußballs, Uli Hoeneß, der jahrelang durch erfolgreiche Selbstdarstellung in den Medien zum Musterbeispiel eines gesetzestreuen, bescheidenen und geradlinigen Bürgers wurde, zeigt sich selbst wegen Steuerhinterziehung an. Uli Hoeneß? Ist das nicht der Kerl, der meinte: „Keine Regierung der Welt kann mein Vermögen kleinmachen. Das mache ich schon selber – indem ich Fehler mache.“ (AZ-Interview 2002) Und der im selben Interview behauptete: „Mir ist inzwischen egal, ob ich 20, 50 oder 100 Prozent Steuern zahle – mir geht es um die kleinen Leute“? Ja, um keinen anderen handelt es sich!

Weiterlesen