Kopfgeld für den fertigen „Akademiker“?

von Marius Albers

Wer erinnert sich nicht gern zurück an die Schulzeit, als es am Schuljahresende Zeugnisse gab und man sofort zu den Großeltern flitzte, um eine kleine Belohnung zu bekommen. Ein paar Süßigkeiten oder ein Buch konnten dabei sein, sicherlich aber auch der ein oder andere Taler. Und vermutlich wären die Großeltern nicht auf die Idee gekommen, mit dem Taler zur Schule zu fahren und dem Rektor aus Dankbarkeit für den guten (Schuljahres-)Abschluss des Sprösslings den Fünf-Euro-Schein für die Eins in Mathe in die Hand zu drücken. Ähnlich scheint es in Zukunft aber an den NRW-Hochschulen zu laufen. Denn ab 2016 sollen die Universitäten eine Prämie in Höhe von 4.000 Euro für jeden Abschluss bekommen. Zunächst zum geplanten Prozedere. Weiterlesen

Medientrend „Flüchtling“?! Fragen über die Notwendigkeit umfassender Berichterstattung

– von Anna Sebastian

Die Thematik „Flüchtlinge“ ist vor allem in den Medien präsenter als je zuvor. Lange Zeit hatte ich mit der medialen Berichterstattung meine Probleme. Sie ist nach wie vor stark selektiert, dennoch ist ein Trend hin zu positiveren und umfassenderen Meldungen zu beobachten, den ich sehr begrüße. Vor wenigen Wochen zeichnete sich diesbezüglich noch ein gänzlich anderes Bild. Ich bin sicherlich sehr weit davon entfernt, als Experte zu gelten. Mein Wissen speist sich aus eben jenen Medien und dem Gespräch mit Bekannten. Zugegeben, bin ich äußerst schlecht informiert. Kaum auszudenken, wie es bei vielen anderen aussieht. Vor einigen Wochen fragte ich meinen besten Freund – er arbeitet seit Monaten ehrenamtlich in einem Flüchtlingswohnheim -, warum man in den Medien nur überwiegend negative Berichterstattung findet, wie beispielsweise über Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und den damit verbundenen Fremdenhass. Seine ernüchternde Antwort lautete, dass es nur wenig Positives – das direkt mit der Asylproblematik zusammenhing – zu berichten gebe. Nach wie vor liegt die Zahl der Abschiebungen weit über der des tatsächlich gestattetem Asyl. Von wirklichen Integrationsversuchen kann kaum eine Rede sein. Gleichzeitig richtet sich Berichterstattung nach der Öffentlichkeit. Deutschland sei zu voll und man könne ja nicht jeden aufnehmen, das ist es was viele empfinden und demnach auch hören möchten. Ein Statement, das man auch bei Politikern – natürlich in schön verpackten Worten – findet. Umso erfreuter bin ich über den Wandel, welchen man in den letzten Wochen und insbesondere Tagen beobachten kann. Auch wenn es mir nach wie vor an tatsächlichen Fakten fehlt – und die muss es verstärkt geben, da die wenigsten sich auf speziell dafür vorgesehene Seiten weiter informieren – so wird verstärkt von ehrenamtlicher Arbeit seitens der Bevölkerung berichtet und zu mehr Toleranz aufgerufen. Es freut mich zu sehen, dass Bekannte, die häufig zu wenig Tiefgang neigen, auf Facebook den Aufruf zu mehr Solidarität und gegen Hetze im Internet von Anja Reschke (Tagesthemen) teilen oder österreichische Freunde, die Debatten in ihrem Land kritisch kommentieren.

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Von unten betrachtet

Lisa Pilhofer

Ich bin klein. Ich messe stolze 1 Meter 43. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass das in etwa der Durchschnittsgröße einer Zehnjährigen entspricht. Ich habe immer noch das Vergnügen, Kleidung in der Kinderabteilung einkaufen zu können, was zugegebenermaßen in finanzieller Hinsicht recht praktisch ist, aber auf die Dauer doch deprimierend sein kann, wenn die meisten der Klamotten pink sind (Mädchen mögen ja angeblich nur Pink). Vor allem schmerzt es, wenn man Kleidungsstücke trägt, bei denen auf dem Waschzettel die Größe und das dazu passende Alter steht (bei mir ist das meistens zwischen 134 und 152, was in etwa 9–12 Jahren entspricht). Weiterlesen

Größer, höher, gefräßiger…

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Der überraschende Run auf Jurassic World weckt bei Michael hohe Erwartungen.

Von Michael Fassel

Größer, höher, gefräßiger scheinen sich die Macher des am Donnerstag angelaufenen Films Jurassic World von Colin Trevorrow zum Leitbild gemacht zu haben. Und das mit Erfolg, denn in den vergangenen Tagen kletterte das Dinosaurier-Spektakel an die Spitze der Kino-Charts. Überraschend dabei ist, dass es schon jetzt über 500 Millionen Dollar eingenommen hat und damit den Rekord des letzten Harry-Potter-Films bricht. Ich habe den Actionfilm noch nicht gesehen (oder sollte ich ihn besser als ein Science-Fiction-Thriller klassifizieren?), aber jetzt wurde meine Erwartungsschraube weit nach oben gedreht. Weiterlesen

1.6.2015: Siegen und hässlich? Ach was, wir haben Potential!

von Natalie Meyer

Was erlaubt sich diese Berliner Redakteurin der „möchtegern“-seriösen Tageszeitung (Axel Springer Verlag) namens „Die Welt“ eigentlich? – dachte sich wohl Florian Adam von der Siegener Ausgabe der Westfalenpost und konterte mit bissigen Spitzen und einer Liebeserklärung an seine Heimatstadt Siegen in seinem Artikel „Die schrecklichste Stadt der Welt“ vom 5.5.2015. Siegen schlägt zurück!

Hintergrund: Am Arthur-Woll-Haus fand vom 22. bis zum 25. April eine internationale Heidegger Tagung statt, die anscheinend für so viel Aufsehen sorgte, dass eine „Welt“-Redakteurin extra aus Berlin anreiste. Ihre Erlebnisse verarbeitete sie in ihrem Artikel „Hier wird Heidegger der Prozess gemacht“. Die ersten Zeilen:
„Siegen ist die schrecklichste Stadt der Welt. Vielleicht der richtige Ort, um an drei Tagen, in dreißig Vorträgen über einen Nazi-Philosophen zu Gericht zu sitzen? Eine Reise ins Herz der Finsternis.“
Und es geht noch weiter. In Siegen riechen laut Welt-Journalistin Hannah Lühmann die Pizzerien nach Schwimmbad, die Straßenführung bringt sie zum Weinen und Siegen sei jeglicher Schönheit beraubt.

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