Sebastian’s Steakhouse

von Sebastian Wissusek

Sebastian's

 

 

 

 

 

 

 

Sebastian’s Steakhouse im Reichwalds Eck in Siegen ist von außen eher unscheinbar. Im Inneren sieht es ganz anders aus: Ein Bullengeweih an der Wand, viele knochige Holzarme von verblichenen Steinen umrahmt und auch einige Kakteenpflanzen prägen das Erscheinungsbild. Die Einrichtung erinnert an eine nahezu unberührte, büffelgrüne Prärie. Frühmorgendliche Rot-Töne an den Wänden vermitteln ein triumphierendes Freiheitsgefühl. Dieses wird aber gestört: So beißt sich die Masse der einfachen braunen Stühle mit anderen, moccafarbenen, weiß gemusterten. Die weitere Dekoration strahlt Weitläufigkeit und Ruhe aus. Selbst leises Reden oder Husten an einem benachbarten Tisch stört diese Ruhe jedoch schnell. Die Hälfte aller Tische steht ordentlich aufgereiht bereit, an denen die Gäste wie am Fließband abgefertigt werden können.

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Ich habe wohl eine Missionarsphobie. Und das ist auch gut so

von Kathrin Wagner

Ich bin nicht homosexuell, trotzdem bekomme ich bei Facebook missionarisch anmutende Nachrichten von homophoben Christen, die mir sagen wollen „Outing ist out“ oder „Homosexualität ist heilbar“. Irgendwie müssen sie ihre Ansichten ja unters Volk bringen. Ich kriege eine Gänsehaut und das Frühstück will sich einen Weg durch meinen Mund in die Freiheit bahnen.

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„Kreative Köpfe sind erwünscht“ – Interview zum Votum der Schweiz gegen Masseneinwanderung

Das Interview wurde von Minou Wallesch geführt.

Die Schweizer haben sich mit einer knappen Mehrheit für eine Einwanderungsbergenzung aus EU-Ländern entschieden. Eine Studentin der Uni Siegen macht sich Gedanken über ihre Zukunft in der Schweiz.

Caro K. ist gerade in die Schweiz ausgewandert. Davor hat sie Literatur, Kultur, Medien sowie Kommunikation und Medien studiert. Sie wohnt jetzt zusammen mit ihrem Freund in Zürich und möchte gerne als Moderedakteurin arbeiten. Dass ein Votum „Gegen Masseneinwanderung“ aus Europa in die Schweiz Erfolg haben könnte, hatte sie nicht geglaubt.

Du bist ganz frisch in die Schweiz ausgewandert, warum?

Ich bin vor fünf Tagen ganz in die Schweiz gezogen. Davor pendelte ich immer zwischen Siegen und Zürich. Nach sechs Jahren Fernbeziehung und zu vielen Kilometern auf meinem Tacho ist es nun mal Zeit, am gleichen Ort wie mein Freund zu leben. Die bessere Bezahlung von Internships und die Liebe zur Stadt Zürich sind zwei weitere Gründe für meine Auswanderung.

Welche Jobchancen hast Du Dir mit Deinem Studium Literatur, Kultur, Medien in der Schweiz ausgerechnet, bevor Du von dem Votum erfahren hast?

Eigentlich wußte ich, dass meine Chancen gut stehen. Dies liegt allerdings nicht unbedingt an meinem Studium, sondern an der Erfahrung, die ich während einer freien Mitarbeit bei einer großen Modezeitschrift schon vor dem Studium gesammelt habe. Mir ist auch bewusst, dass ich mit meinem Bachelor-Abschluss keine direkte Festanstellung erhalte und deswegen über Internships in die Berufswelt einsteigen werde. Allerdings muss man sagen, dass der Schwerpunkt der Schweizer Studiengänge in der Wirtschaft liegt und deswegen ein kreativer Kopf zwischendurch erwünscht ist.

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Rote Karte für Homophobie

von Jenny Brehm

Homosexualität und Fußball

Ich habe selbst Fußball gespielt, von der B-Jugend bis in den Herrenfußball. Dabei habe ich in der Kabine oder beim Training erlebt, wie homophobe Sprüche und Witze gerissen wurden. Aus Angst habe ich geschwiegen. Das ist gang und gäbe im Amateurbereich. Im Profifußball ist es nicht anders, wie Thomas Hitzlsperger sagt. Er ist der erste (prominente) offen schwule Berufsfußballer in Deutschland. Sein Outing ist ein mutiges Zeichen und wichtig. Allerdings hat er seine Karriere schon beendet.

Ich bin zwar nicht schwul, aber als Mensch, der als Mann geboren wurde, so gelebt hat und unglücklich damit gewesen ist und lieber als Frau leben möchte, weiß ich, wie schwer das ist, sich zu outen. Erst nachdem ich aufgehört hatte mit dem Fußballspielen, habe ich mich geoutet. Aus Angst vor den Reaktionen meiner Mitspieler. Die ehemaligen Mitspieler reden heute kein Wort mehr mit mir.

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„Bitte hilf mir, Ana!“ – Ein Leben, das von Body-Mass-Index und Kalorientabellen bestimmt ist

von Tabea Lettau

Ich habe Tränen in den Augen. Mein Hals tut weh. Es ist ein richtiges Brennen! Der Druck in meinem Magen lässt langsam nach. Ich fühle mich leer. Jetzt fühle ich mich wieder gut. Automatisch greife ich nach einem Taschentuch. Es liegt in unmittelbarer Nähe. Es ist immer dasselbe. Immer derselbe Vorgang. Ich tupfe meinen Mund ab und öffne das Fenster. Hoffentlich hat es niemand bemerkt! Ich wische mir die Tränen aus dem Gesicht, schließe die Tür auf und lächle … Zeilen aus dem Tagebuch einer jungen Frau, die sich aufgegeben hat, um einer Idealvorstellung zu folgen.

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Pyramus und Thisbe – frei nach Andreas Gryphius

von Minou Wallesch

Letzte Woche brachte das Projekttehater der Uni Siegen „Pyramus und Thisbe“ auf die Bühne im Lyz. Minou Wallesch war da und hat sich für euch eine Aufführung angeschaut. Ihr Fazit: Gut gespielt, aber das Stück … Naja.

Das Projekttheater der Uni Siegen unter der Leitung von André Barz inszenierte in diesen Tagen das Theaterstück Pyramus und Thisbe. Angelehnt an die Barockkomödie von Andreas Gryphius Absurda Comica oder Herr Peter Squenz spielen Siegener Studierende ein Schauspiel in einem Schauspiel in einem Schauspiel. Die Darsteller sind schon auf der Bühne, als das Publikum Platz nimmt, es wird der Anfang einer Theaterprobe inszeniert. Wer bekommt welche Rolle? Wer kann was am besten spielen? Wie können die Charaktere dargestellt werden? Die Requisiten zur Erkennung sind schnell gefunden. Der Schmied bekommt ein Banner mit der Aufschrift „Orlando Bloom“ und der Löwe eines mit „Der König der …“ Doch diese Ideen werden abgelehnt, die Rollen noch einmal anders verteilt und dann leert sich die Bühne wieder.

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Den Himmel über Siegen im Visier

von Jan-Hendrik Schulz

Die Uni Siegen hat eine kleine, aber feine Sternwarte. Angehende Physiklehrer studieren hier den Himmel – und immer mal wieder kommen begeisterte Sternengucker auch auf ihre Kosten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Menü kann Christoph Springob auswählen, ob er lieber Merkur, Venus oder Mond anschauen möchte. Er entscheidet sich für den Erdtrabanten, der Computer des Spiegelfernrohrs in der Sternwarte der Universität auf dem Haardter Berg errechnet, wo Luna gerade steht und das 42 Kilo schwere Instrument surrt in Position. Die Holzkuppel der Warte kann Springob, der technische Leiter der Sternwarte, in alle Richtungen schwenken und so die Sicht freigeben, mit den Wolken über dem Siegerland gelingt ihm das an diesem Tag nicht.
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